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Nov 02

Rückzug aus den sozialen Netzwerken – Die FDP schaltet sich ab

Der Hambuger Wahlbeobachter, Martin Fuchs, berichtet stern.de kurz nach der Bundestagswahl 2013 und dem damit verbundenen Ausscheiden der FDP aus dem Deutschen Bundestag, dass Vertreter/innen der Partei nach und nach ihre Profile in den sozialen Netzwerken deaktivieren und/oder löschen. Keine gute Entscheidung.

Das Votum der Bürgerinnen und Bürger am 22. September 2013 war deutlich: 4,8 Prozent für die FDP und damit unter der 5-Prozent-Hürde. Erstmals werden die Liberalen also nicht mehr in Bundestag vertreten sein und die Union verliert im 18. Deutschen Bundestag ihren Koalitionspartner. – Wundenlecken und Fassungslosigkeit bei der FDP in den Tagen nach der Wahl. Auch für CDU und CSU ein herber Schlag. Sondierungsgespräche mit den Grünen und der SPD folgen, aktuell befindet sich die Union in Verhandlungen zur großen Koalition mit den Sozialdemokraten.

 

Nach dem Wahldebakel ohne Facebook-Profil: der ehemaige FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle

Nach dem Wahldebakel ohne Facebook-Profil: der ehemaige FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle

Im Netz erntet die FDP Hohn und Spott für das Wahldebakel, kurze Zeit später erklärt die Führungsriege in Berlin ihren Rücktritt. Darüber hinaus hat die Schlappe ernste Folgen für die Partei, ihre Vertreter und die Mitarbeiter in Berlin. Mit dem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag hat die Abwicklung der FDP-Bundestagsfraktion begonnen. Mitarbeiter werden entlassen, Büros werden nach und nach geräumt. Verständlich ist damit auch, dass die Online-Kommunikation der FDP nicht mehr wie bisher fortgeführt werden kann. Dennoch wird mit dem Auszug aus dem Deutschen Bundestag sicher nicht sämtliche externe Kommunikation der Bundespartei eingestellt werden und gerade deshalb ist es unverständlich, weshalb gerade online nun ein solcher Schnitt gesetzt wird. Ein Ad hoc-Abbruch der FDP-Netzkommunikation ist, gerade im Hinblick auf die noch bestehende Regierungsverantwortung gemeinsam mit CDU/CSU ungewöhnlich und schlicht zu kurz gedacht.

 

Online-Kommunikation der FDP-Bundestagsfraktion macht bis zur neuen Koalition tatsächlich Sinn

Zum einen trägt die FDP bis zur Bildung einer neuen Koalition Regierungsverantwortung und sie täte gut daran, entsprechende Kanäle weiterhin zu nutzen. Zum anderen hat sich die Partei und ihre Mandatsträger im Bund für das Social Web als Kommunikationsinstrument entschieden und sollten damit erkannt haben, dass es sich hierbei um ein dauerhaftes und mehrkanaliges Kommunikations- bzw. Dialoginstrument handelt. Das Abschalten der Kanäle lässt sich daher mit einer Situation vergleichen, in der ein Gesprächspartner den Telefonhörer auflegt und damit einseitig das Gespräch beendet – die Verbindung kappt.

 

Die FDP-Bundestagsfraktion zwei Tage nach der Bundestagswahl auf Twitter:


Auch Personen-Profile werden gelöscht und deaktiviert

Nach der Wahl auf Twitter verstummt: Bundeswirtschaftsminister Rösler

Nach der Wahl auf Twitter verstummt: Bundeswirtschaftsminister Rösler

Parteichef und Vizekanzler Philipp Rösler und der mittlerweile ehemalige Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle, haben ihre Facebook-Profile gelöscht. Der Twitter-Account von Rösler existiert noch, ist jedoch seit dem 18.September 2013 inaktiv. Der Twitter-Kanal von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin, existiert hingegen noch und wird mit Neuigkeiten bedient. – Gerade mit Blick auf die Facebook- und Twitter-Profile der Abgeordneten der FDP-Bundestagsfraktion wird auch nach dieser Wahl deutlich, dass diese im Wahlkampf verstärkt genutzt danach in der Intensität der Nutzung stark nachlassen. Das gilt nicht für für die FDP – diesem Vorwurf müssen sich auch die anderen Parteien stellen. Ein „Zurück zur normalen Nutzung“ ist legitim, ein derart deutlicher Einbruch der Aktivitäten zeigt jedoch, wie sehr die sozialen Netzwerke im Wahlkampf dienlich sind und wie wenig die Politik – und auch ihre Berater – die Möglichkeit zum dauerhalften und mehrkanaligen Austausch/Dialog mit ihren BürgerInnen und Bürgern verstanden haben.

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Bedeutung von Christian Linder für die FDP

Aktuell noch im Landtag von Nordrhein-Westfalen: Christian Lindner. Hoffnungsträger der FDP für die Bundestagswahl 2017?

Aktuell noch im Landtag von Nordrhein-Westfalen: Christian Lindner. Hoffnungsträger der FDP für die Bundestagswahl 2017?

Spannend dürfte die Entwicklung der Social Media-Kanäle des ehemaligen Generalsekretärs der Bundes-FDP, Christian Lindner, und die Bedeutung seiner Person für die Partei werden. Lindner schied im Juli 2012 aus dem Deutschen Bundestag aus, um seine Partei im Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen zu unterstützen. Mit dem neuen Mandat in Düsseldorf und dem Fraktionsvorsitz der FDP-Landtagsfraktion in NRW legte er sein Bundestagsmandat nieder. Auf diese Weise hat Lindner die Wahlniederlage der FDP im Bund nahezu schadlos überstanden und dürfte damit künftig, spätestens aber zur Bundestagswahl 2017, wieder in die Führungsriege der Bundes-FDP vorrücken.

 

 

Bildquellen:

Pressebilder, fdp.de / Brüderle, Rösler, Beitragsbild (Logo)
© Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0 – Lindner

1 Kommentar

  1. Laverne X. Frost

    herr zu guttenberg soll bleiben. wenn ich die scheinheilige empörung über herrn zu guttenbergs verhalten höre und sehe, wird mir schlecht. das kreuzverhör im bundestag niveaulos und schmierentheater. wer von denen die hier laut den rücktritt fordern hat eine saubere weste? offensichtlich fühlen sich einige wohl damit kräftig im schmutz zu wühlen. die beweggründe sind neid und mißgunst wegen der großen beliebtheit zu guttenbergs im volk und wegen seines staatsmännischen auftretens. viele die gestern mit schmutz auf zu guttenberg warfen sins von seiner haltung weit entfernt. wer von den ärgsten gegnern von zu gutteneberg hätte so eine befragung überhaupt durchgestanden. ihr armen wesen, ihr habt eure steinigung gehabt, jetzt geht nach hause und schaut in den spiegel.

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